HeiDetect Wheel Robot

Ein Roboter sorgt für perfekte Felgen

HEITEC PTS GmbH ist in der HEITEC Unternehmensgruppe vor allem in der Robotik- und Automatisierungsbranche unterwegs: Zum Beispiel mit der vollautomatischen Räderprüfanlage „HeiDetect Wheel Robot“, mit der Alugussfelgen auf defekte geprüft werden können.

Komplexe Anlage

Die Anlage besteht aus einem Computertomographen und einem Roboterarm, der die Felgen aufnimmt, im CT dreht und wieder abgibt. Die Datenauswertung erfolgt mit einer vom Fraunhofer-Entwicklungszentrum Röntgentechnik (EZRT) programmierten Spezialsoftware. Der Räder-Röntgen-Roboter wird unter anderem in der Automobilbranche verwendet und dabei immer in eine Produktionslinie integriert. Größenordnung der HDWR (HeiDetect Wheel Robot): Rund 35 Kubikmeter Volumen und 12 Tonnen Gewicht.

HeiMAX OPS assistiert beim Aufbau

Der Aufbau einer solchen Anlage ist komplex. Verständlich, dass man hierfür nach einer Lösung sucht, die ebenso fehlerfrei und präzise vonstattengeht wie später der Betrieb. So landet 2017 folgende Produktanfrage bei Michael Messerschmidt, Leiter des Geschäftsfelds Software bei HEITEC: Könnt ihr nicht euren Wartungsassistenten HeiMAX so umfunktionieren, dass er uns bereits bei der Montage der Maschine hilft? „Die Herausforderung haben wir natürlich angenommen, denn von der Programmarchitektur her war das kein Problem“, erinnert sich Messerschmidt. Einige Monate später war HeiMAX OPS entwickelt.

Erfolgreiches Pilotprojekt

Das OPS steht dabei für „operation“, sprich den Aufbau. Felix Richter, Abteilungsleiter Fertigung, Montage und Projektverantwortlicher Röntgentechnik bei HEITEC PTS GmbH, war beim Pilotprojekt mit dem mobilen Aufbauassistenten dabei: „Im Herbst haben wir die erste Maschine mit Hilfe der HeiMAX-OPS-Software montiert.“ Nach vier Wochen stand die Anlage und die ersten Erfahrungsberichte mit dem Assistenztools landeten bei Messerschmidt. „Ein paar Änderungen mussten wir vornehmen, da etwa Montageschritte in einer anderen Reihenfolge einfach sinnvoller waren. Insgesamt hat sich die Truppe aber zufrieden mit der Software gezeigt“, ist das Fazit des Softwareexperten.

Per Touch zur Doku

Was hat der digitale Aufbau für Vorteile? Seitenweise Montageanleitungen fallen ebenso weg wie die anschließende händische Dokumentation des Aufbaus. Das erledigt HeiMAX OPS per Touch auf dem Display. Aufbaufehler, die beim nächsten Mal vermieden werden sollen, können unkompliziert dokumentiert werden, ebenso wie Vorschläge zur Optimierung des Prozesses.

Auch für den Vorgesetzten hat der digital nachvollziehbare Aufbau messbare Vorteile: Zu jedem Zeitpunkt kann er online prüfen, wie weit der Prozess fortgeschritten ist. Kann seine Mitarbeitenden effizient einteilen, Aufgaben sinnvoll delegieren und den gesamten Prozess realistisch planen. Das zahlt sich aus. Ganz davon abgesehen, dass Wissen und Erfahrungen nicht verloren gehen, sondern vielmehr vom System gespeichert und weiterverarbeitet werden. Das Programm lernt mit.

HeiMAX OPS geht auch in Serie

Anfang 2018 sollte sich das Assistenztool dann bereits in größerem Maßstab bewähren: Ein Hersteller von Alurädern, langjähriger Kunde von HEITEC, wollte mit dem Assistenztool HeiMAX OPS mehrere Wheel Robots parallel montieren.

Dafür wurden zunächst die nötigen Bauteile produziert und Anfang Januar in die Halle nach Kuchen in Baden-Württemberg transportiert, wo der Aufbau erfolgen sollte. Alle Bauanleitungen in Form von Excel-Dateien waren zuvor zusammen mit den nötigen CAD-Dateien aufs Tablet-PC gespeist worden, von dem anschließend der Aufbau Schritt für Schritt abgearbeitet wurde.

Eine Menge an Daten auf kleinstem Raum kompakt sortiert, übersichtlich und häppchenweise abrufbar. HeiMAX OPS eben.

Michael Messerschmidt

Geschäftsfeldentwicklung Software

Synchron arbeiten möglich

Insgesamt können bis zu 50 Personen gleichzeitig am Aufbau arbeiten. „HeiMAX OPS gibt die genaue Abfolge vor, sodass für den Meister klar erkennbar ist, welches Personal er wann an die Maschine schickt“, erklärt Messerschmidt. So können zunächst die Mechaniker die Bauteile anhand der genauen Vorgaben auf dem Tablet-PC montieren. Montageplatte auf XEye montiert? Auf dem Tablet wird auf „In Ordnung“ geklickt, der nächste Schritt angezeigt. Später verlegen die Elektriker Kabel und Schaltungen; die Softworker speisen die Hardware mit den nötigen Infos.

Überblick und Filterfunktionen

Die Monteure arbeiten Hand in Hand, parallel oder nacheinander. Das System synchronisiert eingegebene Infos auf allen Tablets sofort nach Eingabe automatisch, sodass alle im Team jederzeit auf dem aktuellen Stand sind, sich aber gefiltert auch nur ihre eigenen Arbeitsschritte anzeigen lassen können.

Optimal verarbeitet

Die eingespeisten Daten werden anschließend automatisch von der Software verarbeitet. Rapport, Statistiken, Mängelliste – jederzeit per Klick generierbar. Der Chef kann sich die Dokumentation ansehen, etwa die nicht erledigten Punkte prüfen und entscheiden, was jeweils zu tun ist: Unnötigen Prüfpunkt entfernen? Reihenfolge in der Montage optimieren? Beim Mechaniker nachfragen, warum die Schraube nicht geschmiert wurde, die Fehlerbehebung in Auftrag geben… Beim nächsten Software-Release sind alle Verbesserungen mit drin. Michael Frieß, Geschäftsführer bei HEITEC PTS GmbH, ist begeistert. „Die Assistenzsoftware hat sich auch für die Montage hervorragend bewährt“, ist sein Resümee.

Aus dem Pilotprojekt in die Produktion

Demnächst sind die parallel montierten Maschinen fertig. Nach Auswertung und Analyse des Pilotprojekts werden die Wheel Robots (HDWR) wieder abgebaut und bei dem Hersteller von Alurädern direkt in die Produktlinie eingebaut. Wartung und Instandhaltung sind ab diesem Zeitpunkt kein Thema mehr – dafür gibt es ja bereits den älteren Bruder HeiMAX …

Aufbau in China online überwachen

Inzwischen werden die HDWR sogar in Lizenz in Asien gefertigt. „Dabei wird auch HeiMAX OPS verwendet“, erläutert Messerschmidt. „Unsere ITler hier können von Deutschland aus jederzeit online sehen, wie die Kollegen in China vorankommen und bei Problemen zeitnah unterstützen.“

HeiMAX auch für die Abnahme von Maschinen

Geplant ist nun, ein drittes Tool aus dem HeiMAX-Assistenten zu generieren, der nach dem erfolgreichen Aufbau einer Maschine oder Anlage auch deren Abnahme erleichtert. „Das erfolgt bisher immer noch konventionell“, erklärt Messerschmidt: Auf den Vertragsdokumenten sind die Anforderungen gelistet, Hersteller und Kunde prüfen gemeinsam Punkt für Punkt und haken händisch ab. Mängeldokumentation und Offene-Punkte-Liste werden ebenfalls manuell erstellt und Termine zur Beseitigung vereinbart. Dann erst erfolgt die endgültige Abnahme. „Das kann unser Assistenztool effizienter“, ist Messerschmidt überzeugt.

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